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Informatik

Fundamentale Ideen des Faches Informatik

Fundamentale Ideen des Faches Informatik (niedersächsische Rahmenrichtlinien)

Informatik ist die Wissenschaft, die systematisch Prozesse der Informationsverarbeitung untersucht, und zwar ihrer Struktur nach und im Hinblick auf ihre Realisierung mit Hilfe von Computern. Sie hat sich zu einer Grundlagendisziplin entwickelt, die auch auf andere Wissenschaften ausstrahlt. Die Verwendung von Computern in fast allen Wissenschaften, in der Technik, in der Wirtschaft und in der Verwaltung hat für alle Anwendungsgebiete neue Dimensionen eröffnet. Der Computereinsatz erhält einen immer größeren Stellenwert in unserer Gesellschaft.

Ausgehend von dieser allgemeinen Beschreibung und dem Bildungsauftrag der Schule, Schülerinnen und Schüler auf die Bewältigung von Lebenssituationen vorzubereiten, muss der Informatikunterricht sich schwerpunktmäßig mit der Anwendung und dem prinzipiellen Aufbau von Hard- und Softwaresystemen sowie den Auswirkungen ihrer Nutzung auseinandersetzen.

Die Auswahl treffender Unterrichtsbeispiele hat so zu erfolgen, dass sie einerseits die Möglichkeiten und Grenzen der Informationsverarbeitung mit Hilfe von Computern verdeutlichen, andererseits von den Schülerinnen und Schülern auch ohne vertiefte Kenntnis der allgemeinen Theorie verstanden werden. Der Informatikunterricht muss daher diejenigen fundamentalen Ideen vermitteln, die sich als grundlegende Begriffe, Prinzipien und Denkweisen der Informatik auf gymnasialem Niveau mit Hilfe geeigneter, praxisorientierter beispiele unterrichten lassen.

 

Schuleigenes Curriculum für das Fach Informatik
Jg.5

Informationstechnologische Grundbildung

Umgang mit dem schuleigenen Netzwerk:

Benutzerordnung:
Regeln und Vereinbarungen

Kennwortverwaltung: Wie melde ich mich am Schulnetzwerk an? Wie verändere ich mein Kennwort?

E-Mailadresse:  Wie benutze ich die von der Schule zugeteilte Mailadresse? Wie maile ich mit Webaccess? Wie richte ich zu Hause mein Outlook/OutlookExpress ein? Wie maile ich an meine Klasse/Lehrer/weitere Gruppen? Wie füge ich Anhänge an? Wie lösche ich meinen privaten Mailbereich auf dem Server?

Terminalserver: Besonderheit der Rechner in den Räumen 314, 315 316, Mathe-Fachraum (Thinclients)

Mediothek: Freier Lernort Mediothek (Desktop mit Win XP)

WLAN: Wie gelange ich mit meinem Privat-Laptop oder iPhone ins Schulnetz?

Homedirectory:
Wie speichere ich Daten im Schulnetzwerk ab? Welche Beschränkungen habe ich? Wie verwalte ich Dateien in meinem Homedirectory (von einem Schulrechner / von zu Hause)? Wie bereite ich eine Präsentation auf einem PC des Schulnetzwerkes vor (Dateien!)?

Zugriff von zuhause aus:  Wie baue ich eine VPN-Verbindung zum Homedirectory auf? Wie erreiche ich von zuhause aus Klassen- oder Kursordner?

LexisNexis: Wie gelange ich in die kommerziellen Presse-Datenbanken von LexisNexis?

Homepage: Wie finde ich meinen Stundenplan / Vertretungsplan? Wo könnte ich ggf. HTML-Seiten ablegen?

Arbeit mit Standardsoftware:
Office-Paket: Einfache Textübung in Word (Stundenplan mit vorgegebenem Tabellen- und Farbmuster. Einfache Excelübungen (Notendurchschnitt einer Klassenarbeit, Klimadiagramm mit Grafik). Einfache Übung mit Powerpoint (Künstlerportrait). Einfache Übungen mit Bildbearbeitungssoftware (Photoimpact / Photofiltre)
 

Jg. 10 Einführungsphase - Grundlagen der Programmierung in Delphi - objektorientierte Programmierung

1. IT-Infrastuktur
u.a. Homedirectory, Kursordner, Archivierung, Dateiaustausch

2. Visuelle Programmierung
Formulare und Komponenten, Objektinspektor, Ausführen und Testen eines Programms. Entscheidungen

3. Numerische und alphanumerische Daten
Datentypen integer, real, string, boolean. Datenein- und ausgabe mittels Edit/Memo-Komponente, StringGrid, Konvertierungen

4. Schleifen und Arrays
Schleifen mit bekannter und unbekannter Durchlaufzahl. Felder (ein- und mehrdimensional)

5. Programmgesteuertes Zeichnen - Methoden
Zeichnen mit Methoden. Canvas. Selbstdefinierte Methoden. Funktionsplot

6. Unterprogramme
Funktionen und Prozeduren (Methoden) am Beispiel einer objektorientierten Sprache, rekursive Funktionen
 
Übungsbeispiele (eine Auswahl):
 · Lösen eines linearen Gleichungssystems (Determinantenverfahren)
 · Lösen einer allgemeinen quadratischen Gleichung Download
 · Ermitteln von 6 Lottozahlen ohne Wiederholung und sortiert
 · Magisches Quadrat
 · Primzahlalgorithmen mit Arrays

Leistungsbewertung:
 · Eine Klausur pro Halbjahr Download
 · Selbstangefertigte Programmlösungen
 · Mündliche Mitarbeit
 
Jg. 11 Qualifikationsphase - Algorithmen und Datenstrukturen I und II

1. Komponenten und Klassen
u.a. Erzeugen, Verwalten und Entfernen von Objekten

2. Erzeugen von Klassen durch Vererbung
Fenster als Unterklassen, Ereignismethoiden

3. Listenstrukturen
Verkettete Listen: Die Klasse TListe

4. Das Sortierproblem
Sequentielles und binäres Suchen, das Sortierproblem, sortierbare und sortierte Listen

5. Baumstrukturen
Die Baumstruktur beim binären Suchen, Basisklasse TBaumstruktur, binäre Bäume, rekursive Algorithmen
 
Das zweite Halbjahr sollte Raum für ein größeres Programmierprojekt bieten. In arbeitsteiligen Unterrichtsformen werden einzelne Programmmodule vergeben, getestet und zusammengeführt. In der Vergangenheit entstanden hieraus mehrere Beiträge zu "Jugend forscht"
Beispiele aus den Jahren 1990-1998:
Das Verziehen gewendelter Treppen (Software für Treppenbau, Stufengeometrie, 3-D-Ansicht, Pläne, Partner: Treppenmeister Leinetal)
World-CAD (Erstellen von Landkarten in unterschiedlichen Projektionen aus Rohdaten)
Konforme Abbildung von Vierecken auf den Einheitskreis (Funktionentheorie, rand- und gebietsintegral-orthogonale Polynome, Partner: Uni Jena, Humboldt-Uni Berlin)
 
Jg. 12 Qualifikationsphase - Grundlagen der Hardware

1. Schaltwerke und endliche Automaten
u.a. Definition endl. Automat, Beispiel Serienaddierwerk, Simulation durch Programme (DigiSim)

2. Entwurf von Schaltnetzen
Schaltwerttabellen, Schltfunktionen, Disjunktive / konjunktive Normalform (DNF, KNF), Karnaugh-Veitch-Diagramme

3. Schaltnetze
Logische Grundschaltungen, Halbaddierer, Volladdierer, Paralleladdier- / subtrahierwerk

4. Digitale Speicherglieder
Grund-FlipFlop, Auffang-FF, Master-Slave-FF

5. Taktgesteuerte Schaltwerke
Komplementbildung, Zähler, Zähler als Automaten, Universal-FF, JK-MS-FF, Schieberegister, Zähler, serielles Addierwerk mit Taktstop

6. Assemblerprogrammierung

Qualifikationsphase - Theoretische Informatik

1.  Syntaxanalyse regulärer Sprachen
Erkennende Automaten, Mustererkennung

2. Formale Sprachen
Grammatiken, Delphi-Bezeichner als Beispiel, die Sprache endlicher Automaten, linksreguläre Grammatik und erkennender Automat, Backus-Naur-Form (BNF)

3. Syntaxanalyse kontextfreier Sprachen
Geschachtelte Strukturen (Klammern), Kellerautomat, Keller als Feld, Keller als verkettete Liste, Compilierung arithmetischer Ausdrücke

4. Turingmaschinen
Definition, Beispiele